Anfang Oktober 2026 schickte mir ein Testnutzer von Quixec einen Screenshot aus seinem Online-Banking. Er wollte eine Sammelüberweisung hochladen. Die Bank lehnte die Datei ab: Das verwendete Dateiformat werde nicht mehr unterstützt.

Das neue Format war in Quixec zu diesem Zeitpunkt bereits umgesetzt, das Update aber noch nicht veröffentlicht. Inzwischen ist es verfügbar – seit Version 1.0.7 erzeugt Quixec SEPA-Dateien im Format pain.001.001.09 (siehe Versionshinweise). Der Fall zeigt vor allem eines: Die Umstellung ist im Alltag angekommen.

Worum es geht

Wer Überweisungen oder Gehaltszahlungen nicht einzeln im Online-Banking eingibt, sondern als Datei aus einer Software an die Bank übergibt, nutzt dafür ein festgelegtes Format: SEPA-XML nach dem Standard ISO 20022, in der Fachsprache „pain.001“. Davon gibt es mehrere Versionen. Die in Deutschland bisher übliche Version pain.001.001.03 wird durch die neuere Version pain.001.001.09 abgelöst.

Für den Anwender sieht beides gleich aus: eine XML-Datei, die man im Online-Banking oder in der Banking-Software hochlädt. Der Unterschied steckt im Inneren – unter anderem darin, wie Adressdaten der Zahlungsempfänger strukturiert werden.

Der Termin wurde ausgesetzt – aber nicht jede Bank wartet

Nach dem Format-Lifecycle der Deutschen Kreditwirtschaft sollten die alten Formate ursprünglich im November 2026 abgekündigt werden. Diesen Termin hat die Deutsche Kreditwirtschaft inzwischen ausgesetzt: Die Altformate werden vorerst weiter betrieben, neue Endtermine sollen zu gegebener Zeit bekannt gegeben werden.

Das klingt nach Entwarnung, ist es aber nur zum Teil. Die Aussetzung bedeutet, dass die Altformate nicht abgeschaltet werden müssen – nicht, dass jede Bank sie weiter annimmt. Einzelne Institute haben ihre Systeme bereits umgestellt und nehmen ältere Dateien nicht mehr an. Genau das hat der Testnutzer erlebt.

Was das für Praxen, Kanzleien und Betriebe bedeutet

Als Praxisinhaber kann ich gut verstehen, dass man sich mit solchen technischen Details normalerweise nicht beschäftigt. Man erwartet, dass die Überweisungen genauso funktionieren wie im letzten Monat. Dass eine Datei, die jahrelang anstandslos durchging, plötzlich abgelehnt wird, fällt im ungünstigsten Fall erst am Zahltag auf.

Deshalb mein Rat:

  • Prüfen Sie, ob Ihre Buchhaltungs-, Lohn- oder Zahlungssoftware auf dem aktuellen Stand ist und welches SEPA-Format sie erzeugt.
  • Fragen Sie Ihre Bank, welche Formatversion sie für Zahlungsdateien akzeptiert – und ob ältere Dateien noch angenommen werden.
  • Klären Sie das möglichst vor der nächsten Gehaltszahlung, nicht erst, wenn eine Datei abgelehnt wird.

Wer Überweisungen einzeln im Online-Banking eingibt, ist von dieser Dateiumstellung nicht betroffen. Wer Dateien einreicht, sollte das Thema einmal auf die Liste setzen.

Quellen